Feuerwehr Niederhöchstadt > Chronik > 1980 - 1989

Die 80'er Jahre 1980 - 1989

1980 das Jahr des 50. jährigen Bestehens unserer Wehr rückte immer näher. Die Vorbereitungen begannen schon 1978 mit der Besichtigung des Festplatzes und Festlegung des Termins. Walter Bauer Mitglied des Festausschusses, als "Wetterprophet" bekannt, setzte den 13.-16. Juni 1980 an. Wie es sich herausstellte, war dieser Termin optimal, denn kurz nach dem Fest, regnete es sechs Wochen lang.

 

Der Vorstand 1980

Der Wehr 1980

Der Spielmannzug 1980

Nachdem die zähen Verhandlungen mit den Besitzern der Wiesen am Westerbach, zwischen dem altem Kindergarten und Steinbacher Str., abgeschlossen waren konnte man die Planungen und Vorbereitungen fortsetzen.

Der Festausschuß arbeitete auf Hochtouren. Bis aufs kleinste Detail wurde alles vorbereitet. Diese arbeit wurde belohnt durch ein Fest, daß bestimmt als eines der größten in der Geschichte von Niederhöchstadt einging.

Dann war es soweit. Das Festzelt für 2000 Personen stand, der Festplatz war gerichtet. Unzählige Helfer, eingeschlossen alle Ortsvereine, standen bereit und unter Leitung des Küchenchefs Heinz-Josef-Henrich arbeiteten die Helfer Tag und Nacht um die Gäste aus nah und fern zu verköstigen.

Freitag, der 13. Juni 1990 20:30 Uhr. Ein Fackelzug durch die Ortsstraßen zum Festzelt eröffnete das viertage dauernde große Ereignis. Beim anschließenden Kommers war das Festzelt bis auf den letzten Platz gefüllt. Unter Mitwirkung aller Ortsvereine, wurde an diesem Abend die Verbundenheit aller mit der Freiwilligen Feuerwehr Niederhöchstadt bekundet.

 

Costa Cordalis auf der Bühne

Am Samstag, war die Hölle los. "Costa Cordalis" ein Showmann der absoluten Spitzenklasse, war die Attraktion des Buntenabends im überfüllten Festzelt. Als Chronist möchte ich an das Lied "PAN" von Costa erinnern, bei dessen Schluß der Himmel die Schleusen öffnete und eine Sintflut sich über den Festplatz ergoß. Trotzdem war es ein Abend der uns noch lange in Erinnerung bleibt.

Nachdem am Sonntagmorgen die Schäden der vergangenen Nacht fieberhaft beseitigt wurden konnte der Festzug beginnen. Durch das festlich geschmückte Niederhöchstadt marschierten die Teilnehmer, alle Ortsvereine sowie die Wehren des Kreises waren daran beteiligt, zum Festzelt. Ein Freundschaftsspielen der Musik- und Spielmannszüge rundeten den dritten Festtag ab.

Der Montag, der letzte Tag, begann mit einem Frühschoppen und mit dem Stimmungsmacher "Benni Maro". Nachmittags war ein Kinderfest, das den kleinsten, auch die Gelegenheit gab mitzufeiern. Der Abend war der krönende Abschluß der Festlichkeiten. Die Eschborner Kapelle "The Flyers" und eine große Verlosung, lockte nochmals 2000 Gäste ins Festzelt. Ein Höhenfeuerwerk beschloß ein großes, lange Zeit in Erinnerung gehaltenes Fest. Die drei Festpräsidenten Peter Herberth, Manfred Hirschhäuser und Hubert Henrich, waren zufrieden und erschöpft.

Nachdem am Dienstag wieder abgebaut wurde, hatte uns der Alltag wieder.


Im Herbst machte die Wehr mit allen Helfern, als "Dankeschön", einen Ausflug in den Spessart.

1981 hatte unsere Wehr 23 Einsätze, detailliert: 7 Brände, 14 Hilfeleistungen und 2 Fehlalarme. Nachdem unser alles geliebter Philipp Brech, der Sprecher der Ehren- und Altersabteilung leider zu früh verstorben war, wurde Heinz Henrich als Nachfolger gewählt.

Am 23. und 24. Mai zeigte unsere Wehr, am Tag der offenen Tür, was sie kann und was sie an Fahrzeugen und Gerät hat.

Der Höhepunkt des Jahres war ein Ausflug ins Rhein-Hessische Weinstädtchen Oberhilbersheim.

Nicht nur die Zahl der aktiven Wehrleute wurde stärker, sondern der Nachwuchs, die Jugendwehr unter Vorsitz von Hans Adam, verstärkte sich von 9 auf 15 Jugendliche.

Auch der Jugendspielmannszug, unter Leitung von Karl Scherer der 1982 sein zehnjähriges hatte, war mit 22 Auftritten ein Aushängeschild für die Wehr und für die Stadt Eschborn.

Am Geschehen der 1200 Jahr Feier von Niederhöchstadt im Juni 1982 waren wir aktiv beteiligt. Mit einem Weinstand, in der Katharienstraße obwohl etwas abseits der Hauptstraße, zeigten wir uns von der besten Seite. Eine Feuerlöschübung, im Rahmen dieser Ortsteilfeier, unter dem Motto "Die Feuerwehr anno 1900 und heute" und das mitwirken beim Festumzug, zeigte das die Feuerwehr Niederhöchstadt immer und zu allen Anlässen das hält was sie verspricht.

1982 wurde ein neuer Vorstand gewählt.
1. Vorsitzender wurde Peter Herberth, 2. Vorsitzender Michael Förster, 1. Kassierer Gerhard Hartfiel, 2. Kassierer Peter Pfeifer, 1. Schriftführer Friedel Karn, 2. Schriftführer und Zeugwart Hubert Henrich, Jugendwart Hans Adam, Ehren- und Altersabteilung Heinz Henrich

Außerdem gehörte Ehrenortsbrandmeister Adam Scherer zum Vorstand. Als Leiter des Spielmannszuges wurde Karl Scherer wieder gewählt. Als Beisitzer wurden : Michael Herberth, Manfred Hirschhäuser und Peter Lichterfeld in den Vorstand berufen.

Peter Herberth, als alter und neuer Vorsitzender resümierte, daß die Wehr in den letzten 5 Jahren 86 Einsätze mit 1816 Stunden geleistet hätte.

1982 waren die aktiven Kameraden, sowie der Spielmannszug auch beim Hessischen Feuerwehrtag in Bad Soden aktiv vertreten.

1983 wurde am Tag der offenen Tür, am 18. und 19 Juni, das zehnjährige Bestehen des Spielmannszuges, das durch die widrigen Wetterverhältnisse 1982 nicht stattfinden konnte, gebührend gefeiert. Als Geschenk bekam der Spielmannszug endlich die langerwünschte Schrankwand, zum Unterbringen der Musikinstrumente.

Fahrzeugübergabe TLF 16/25

Ein Höhepunkt in diesem Jahr war die Beschaffung eines TLF 16 an unsere Wehr, durch die Stadt Eschborn. Blumengeschmückt wurde es durch den Ort ins Feuerwehrhaus geleitet, wo im Anschluß bei einer Feierstunde, mit Weihe durch den katholischen Pfarrer, das Fahrzeug der Wehr übergeben wurde. Erhöhte Einsätze der Niederhöchstadter Wehr in den letzten fünf Jahren, zeigte das das TLF 16 für 6000 Einwohner zählenden Ortsteil dringend erforderlich war. Alleine 1982 rückte die Wehr 35 mal zu Einsätzen aus, wobei es sich bei den meisten allerdings um technische Hilfeleistungen handelte, wie zum Beispiel bei Unfällen, Wasserschäden oder Beseitigung von Ölspuren.

m Sommer 1983 war die Wehr Niederhöchstadt rund um die Uhr im Einsatz, als bei einem großen Unwetter viele Keller und Industriegebäude unter Wasser standen.

Eine Busfahrt zur Besichtigung des Frankfurter Flughafens, war der Dank an die aktiven Kameraden.

Im Jahre 1984 wuchs der Mitgliederbestand, dank des unermütlichen Einsatzes vom Kassierer Gerhard Hartfiel, der allein 60 Neubürger warb, auf eine Stärke von 455 Mitgliedern.

Die aktive Einsatzabteilung wurde zu 28 Einsätzen in diesem Jahr gerufen.

Am Tag der offenen Tür stellte sich der neue Stabführer des Spielmannszuges Peter Hantschel vor. Karl Scherer ging in den Ruhestand, den er auch verdient hatte. Hatte doch er, den Jugendspielmannszug mitgegründet und durch sein stets angagiertes Handel dem Zug einen guten Namen im weiten Umfeld gegeben. An dieser Stelle ein Dankeschön an Karl Scherer und noch viele glückliche und gesunde Jahre als Rentner.

Neu seit 1984, die Stadt Eschborn bezahlt die Mitglieds-Beiträge der aktiven Mitglieder.

1985 hatte die Wehr, deren Mitgliederzahl ständig stieg, 27 Einsätze zu verzeichnen. Der Spielmannszug hatte 22 Auftritte und war bei 7 Feuerwehrfesten im Kreis ein gern gesehener Gast.

Ein Zelt, sowie ein Küchenzelt, wurden für den Tag der offenen Tür, sowie das mitwirken beim "Niederhöchstädter Straßenfest", angeschafft.

Auf Antrag von Hubert Henrich wurde die Satzung insoweit geändert, daß die Wahlperiode von vier auf fünf Jahre verlängert wurde. Begründung: Der Wehrausschuß der Einsatzabteilung wird auch für fünf Jahre gewählt.

Durch den Rücktritt von Peter Pfeifer wird als 2. Kassierer Michael Herberth gewählt.

In diesem Jahr hatte die Jugendfeuerwehr ihren großen Tag. Eröffnet wurden die zweitägigen Feierlichkeiten aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens im Rahmen des alljährlichen Tages der offenen Tür, am 23. und 24. Mai, mit Wettkämpfen von 9 Jugendfeuerwehren aus dem Main-Taunus-Kreis. In einer Feierstunde würdigte Bürgermeister Tomala die Jugendarbeit und die Jugendförderung in Eschborn, mit Stolz könne deshalb die Niederhöchstädter Feuerwehr auf 10 Jahre Jugendarbeit zurückblicken. Bürgermeister Tomala erwähnte auch den Jugendspielmannszug, der die eigentliche Keimzelle der Jugendwehr sei. Gründung war am 4. Juni 1976. Erster Jugendleiter war Franz Richter, der innerhalb kürzester Zeit 16 Jugendliche um sich scharte.

1986 gehören der Jugendwehr 14 Jugendliche an, darunter 1 Mädchen. Sie treffen sich jeden Donnerstag um 18:30 Uhr im Gerätehaus. Hier geht es nicht tierisch ernst zu, sondern locker, so wie man es vor zehn Jahren beschlossen hatte. Mit einer Schauübung, einem Löschangriff auf die Turnhalle der Westerbachschule demonstrierten die Jugendlichen ihren Ausbildungsstand.

Während des Samstagsabend zum Tag der offenen Tür beim zehnjährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr gab es auch Ehrungen. Kreisbrandinspektor Hans Zengeler verlieh für 40jährige aktive Pflichterfüllung im Namen des Hessischen Ministerpräsidenten das goldene Brandschutzehrenzeichen am Bande an Hans Kubik, der von 1972-1974 das Amt des Ortsbrandmeisters inne hatte. Im Namen des Magistrates verlieh der Bürgermeister Hans Kubik die Ehrenanstecknadel in Gold. Ebenfalls für 40jährige Tätigkeit als Feuerwehrmann zeichnete der Wehrführer Peter Herberth, Heinz Henrich aus, der als Bürgermeister von Niederhöchstadt sogar einmal deren Dienstherr war. Die Dienstzeit bei Heinz Henrich errechnet sich aus seiner aktiven Zeit in Oberhöchstadt und in Niederhöchstadt.

Im Juni des gleichen Jahres beteiligten wir uns erstmals mit dem neuen Zelt, wieder am Niederhöchstädter Markt. Jetzt hatte die Wehr auch, mit dem Parkplatz in der Mitte des Ortskern, ihren festen Standplatz für dieses Fest.

Sie stellt auch dort den "Kerwebaum" auf und die aktiven Kameraden machen als "Kerweborsche" am Samstag einen Umzug, der von den Besuchern mit Begeisterung honoriert wird.

1987 wird ein neuer Vorstand gewählt, der über das 60jährige hinaus der Wehr bis 1991 vorsteht. Gewählt werden :

 

Michael Förster

1. Vorsitzender Michael Förster, 2. Vorsitzender Hans Adam, 1. Kassierer Michael Herberth, 2. Kassierer Gerhard Hartfiel, 1. Schriftführer Friedel Karn, 2. Schriftführer Bernd Amerschläger (gleichzeitig 2. Stadtbrandinspektor), Zeugwart Horst Henrich, Jugendwart Thomas Amerschläger, Spielmannszug Peter Hantschel, Ehren- und Altersabteilung Heinz Henrich und Beisitzer wurden Peter Herberth und Peter Lichterfeld.

Der neue Vorsitzende Michael Förster verabschiedete seinen Vorgänger Peter Herberth, der nach 13 Jahren Vorsitz sich nicht mehr zur Wahl stellt, mit Wehmut und dankte ihm für seine Vorbildliche geleistete Arbeit zum Wohle der Wehr.

Traditionsgemäß wurde der Tag der offenen Tür am 13. und 14 Juni begangen.

Leider verstarb unser Ehrenortsbrandmeister Adam Scherer. Unsere Wehr hat im Viel zu verdanken und wir werden ihn in steter guter Erinnerung behalten.

Gleich, zu beginn des Jahres 1988, am 7.2. morgens um 5.43 Uhr, ein Großalarm. Ein Feuer war in einem Reihenhaus in den Weingärten ausgebrochen. Dank des Großeinsatzes, unserer Wehr, der Wehren Eschborn und Bad Soden, sowie des ASB und des DRK Bad Soden, konnte schlimmeres verhütet werden. Nur das Dachgeschoß wurde von den Flammen vernichtet. Ein Bewohner, ein US-Soldat, wollte sich am Antennenkabel ins Freie retten, stürzte jedoch ab und wurde schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht. Wiedereinmal wurde bewiesen wie wichtig die Arbeit der Feuerwehr ist. Außerdem hatten wir noch 19 weitere Einsätze in diesem Jahr.

Erstmals sind in der Jugendfeuerwehr 2 Mädchen aktiv im Dienst, die mit dem gleichen Elan, wie ihre männlichen Kameraden, ihren Dienst versehen.

Da beim Jugendspielmannszug die Mitgliederzahl immer weiter abnahm, wurde 1988, auf betreiben von Peter Hantschel und des Vorstandes ein Musikzug gegründet, der den seit 1972 bestehenden Jugendspielmannszug, nahtlos ergänzt. Die Gruppe bekommt zum 60jährigen der Wehr, neue Uniformen.

Zum Festausschuß, der die Vorbereitungen des 60jährigen 1990 übernehmen soll, wurde von der Jahreshauptversammlung der gesamte Vorstand, sowie Manfred Hirschhäuser, Walter Bauer und Hubert Henrich, gewählt.

Auch 1988 beteiligte sich die Wehr aktiv am Niederhöchstädter Markt. (Zelt mit Bewirtung, Kerwebaum und Kerweborscheumzug)

1988 verstarb leider unser Gründer Phillipp Mathes. Wir bewahren ihm ein ewiges Gedenken.

Da unser langjähriger Kassierer, krankheitsbedingt seinen Posten als 2. Kassierer abgab, wurde Frank Röder zum Nachfolger bestimmt. An dieser Stelle möchte ich unserem Kameraden Gerhard Hartfiel für seine Jahrzehnte lange Arbeit herzlich danken.

Einstimmig beschloß die Jahreshauptversammlung, daß mit sofortiger Wirkung, Frauen aktiv in die Wehr eintreten können. Ein neues Zeitalter hat begonnen.

Der Musikzug trat mit Erfolg am Tag der offenen Tür auf und spielte zum Frühschoppen, zur Freude der zahlreichen Gäste. Eine Gruppe der Wehr hat sich gemausert und ist ein Bestandteil der Wehr Niederhöchstadt geworden. Der Musikzug sowie die Jugendwehr nehmen mit Erfolg am Eschborner Fastnachtsumzug teil. Auch am Umzug, am Fastnachtdienstag in Oberhöchstadt, ist die Jugendfeuerwehr mit einem Mottowagen regelmäßig vertreten.

Zwei Ausflüge der Jugendwehr, ins Feuerwehrmuseum nach Fulda und eine Besichtigung der Königsteiner Kleinbahn, runden das Bild einer guten aktiven Gruppe ab.

© 2007-2012 Feuerwehren der Stadt Eschborn. Alle Rechte vorbehalten
 zuletzt geändert am 27.01.09
Druckausgabe erstellt am 18.05.2012 14:17 Uhr